Museum der Frescomalerei ‘G.B. Cavalcaselle’ am Grab der Giulietta

Das Museum Museo degli affreschi ‘Giovanni Battista Cavalcaselle’ befindet sich in einem Kloster, dessen Ursprung bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Die primitive Kirche San Francesco al Corso wurde im Jahr 1230 erbaut und beherbergte gemeinsam mit dem danebengelegenen Kloster eine Gemeinschaft von Franziskanermönchen. Als die Mönche im Jahre 1257 in den edleren Sitz von San Fermo maggiore umzogen, wurde das Kloster von den Nonnen der Santa Maria di Zevio bewohnt. Im Jahre 1366 übernahmen die wenigen übriggebliebenen Nonnen die Regeln des Benediktinerordens, aber im Jahre 1447 wurde das nunmehr verlassene Kloster geschlossen und mit jenem des Santo Spirito zusammengelegt.

Erst nach einem Jahrhundert entstand in diesen Mauern wieder ein gemeinschaftliches Leben. Im Jahre 1548 bot das Gebäude den Bekehrten oder Jungfern Unterkunft, die keinen Platz im Kloster der Santissima Trinità fanden. Diese Frauen (ehemalige Prostituierte, Frauen mit schlechten Ehemännern, verlassene Ehefrauen, Mädchen ohne Mitgift) wurden dementsprechend Franziskanerinnen genannt. Im Jahre 1624 schlug ein Blitz in der nahegelegenen Pulverkammer im Turm Torre della Paglia ein, der sich neben den Stadtmauern befand. Die schreckliche Explosion zerstörte oder beschädigte die umliegenden Gebäude; die Kirche und ein Teil des Klosters von San Francesco wurden von Grund auf neu errichtet, und zwar so, wie wir sie heute noch vorfinden.

Diese jahrhundertealte Geschichte wird Anfang des 19. Jahrhunderts unterbrochen, als aufgrund der napoleonischen Beschlüsse des Italienischen Reiches viele Klöster stillgelegt wurden und in die Domänenverwaltung fielen. Auch dem Gebäude der Franziskanerinnen wurde dieses Schicksal zuteil; ein Teil wurde zu militärischen Zwecken genutzt, ein anderer Teil beherbergte soziale Einrichtungen. Die darauf folgende Verwahrlosung und die von den Bombardierungen des zweiten Weltkriegs verursachten Schäden gefährdeten das Gebäude sehr. Zum Glück stieg in den sechziger Jahren das Bewusstsein für den Schutz des Kulturguts; die Kirche und das Kloster wurden restauriert und als Museum genutzt. Im Jahre 1973 wurde das Museum eröffnet und Giovanni Battista Cavalcaselle gewidmet.

Giovanni Battista Cavalcaselle (Legnago, Verona, 1819 – Rom 1897) kann als einer der Begründer der modernen Kunstgeschichte Italiens betrachtet werden. Seine wissenschaftlichen Texte zur antiken italienischen und flämischen Malerei, welche er gemeinsam mit dem Engländer Joseph Archer Crowe schrieb, sind heute noch von wesentlicher Bedeutung. Zudem kümmerte er sich aktiv und mit beispielhafter Konkretheit und Intelligenz um Probleme wie die Aufbewahrung und die Restaurierung, um die Einrichtung von Museen, die Katalogisierung der Kunstwerke und um die Reformierung der akademischen Lehre.

Info
Öffnungszeiten: Montag von 13:30 bis 19:30 Uhr
Dienstag bis Sonntag von 8:30 bis 19:30 Uhr(letzter Eintritt um 18:30 Uhr) 

Tickets

  • Voller Eintritt: € 4,50
  • Ermäßigter Eintritt für Gruppen und Senioren (über 60) sowie Studenten: € 3,00
  • Ermäßigter Eintritt für Schulen/Jugendliche von 8-14 Jahren (nur in Begleitung): € 1,00
  • Kombi-Ticket Tomba di Giulietta/Casa di Giulietta (Grab/Haus von Giulietta), voller Eintritt: € 7,00 – ermäßigter Eintritt: € 5,00
  • Kostenloser Eintritt: Senioren (über 65) mit Wohnsitz in der Stadt Verona – Behinderte und deren Begleitpersonen – Kinder bis zu 7 Jahren – mit VeronaCard

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