Haus der Julia

Der Startpunkt des Rundgangs ist natürlich: das „Turmhaus“ aus dem 14. Jahrhundert in der Via Cappello, bei dem es sich laut Legende um das Haus der Capuleti handelt, der Familie der Julia. In Wirklichkeit wurde das im neumittelalterlichen Stil gehaltene Gebäude erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem das Haus der Dal Capello von der Gemeinde erworben worden war, von Antonio Avena, Direktor der Veroneser Museen, restauriert. . Er setzt einen antiken Sarkophag in die Fassade ein, der später zum berühmten Balkon wird. Im Hof steht die vom Bildhauer Nereo Costantini geschaffene Bronzeskulptur der jungen Julia. So wird dem Ort Leben eingehaucht, er wird für immer dem Mythos gewidmet und man kann sich heute wieder den Maskenball vorstellen, den Moment des Festes, bei welchem die Liebe entfacht wurde.

Romeo und Julia, die jungen Nachkommen der verfeindeten Familien Montecchi und Capuleti, treffen sich zum ersten Mal während des Karnevals im Jahre 1303, in der Epoche des Bartolomeo della Scala. Ihre Geschichte erscheint in Italien zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in einer Publikation von Luigi Da Porto; einige Jahre später wird sie vom dominikanischen Vater Matteo Bandello während eines aristokratischen Symposiums auf dem Veroneser Land erzählt.

Die Handlung ist höchst erfolgreich und verbreitet sich schnell auch über die Grenzen Italiens hinweg. Wir wissen nicht, ob Shakespeare jemals in der Region Veneto war und auch nicht, wie er von diesen Quellen erfahren hat; er schaffte es jedoch, historische Fiktion und Phantasie miteinander zu verbinden und verwebte eine universelle Liebesgeschichte mit der Poesie. Das ganze Geschehen spielt sich in nur fünf Tagen ab: das Treffen, die Liebe, der Kampf, die Flucht, die Vergiftung, der Tod. Ein sich überstürzendes Gleichnis, das vom ersten Moment an und bis zum tragischen Ende wie ein Feuer brennt, ein lyrisches Meisterwerk, und in Bezug auf die menschlichen Emotionen immer noch aktuell.

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